Ab sofort vertrauliche Geburt legal möglich „Schutz für Mutter und Kind – Rechtssicherheit für Klinikpersonal“ Neues Hilfetelefon für Schwangere in Not

Odenwaldkreis. Schwangere in Not können ab sofort unter Wahrung ihrer Anonymität in einer Klinik oder bei einer Hebamme entbinden. Hierauf weist die Landtagsabgeordnete Petra Müller-Klepper, die sich als Landesvorsitzende der Frauen Union und Staatssekretärin im Hessischen Sozialministerium für eine gesetzliche Regelung der vertraulichen Geburt engagiert hat, die Bürgerinnen und Bürger im Odenwaldkreis hin. „Nach langjährigem Fordern und Ringen und mehreren erfolglosen Anläufen wird dieser Vorschlag endlich in die Tat umgesetzt“, freut sich die CDU-Politikerin. „Dies ist ein wichtiger Schritt zum Ausbau und zur Verbesserung des Hilfesystems für Frauen in Not.“

Das im Sommer vergangenen Jahres beschlossene Gesetz zum Ausbau der Hilfen für Schwangere und zur Regelung der vertraulichen Geburt ist zum 1. Mai 2014 in Kraft getreten. „Im Vordergrund steht die Hilfe für Frauen, die sich in einer akuten Notlage befinden. Sie können, auch wenn sie ihre Identität nicht preisgeben wollen, die Geburtshilfe in Anspruch nehmen. Für die betroffenen Frauen und Kinder, die sich in einer ernsten Situation befinden, kann auf diese Weise ein hohes gesundheitliches Risiko vermieden werden und die Geburt unter menschenwürdigen Umständen stattfinden“, erklärte die Landtagsabgeordnete. Mit der vertraulichen Geburt werde Frauen Hilfe angeboten, die ansonsten in ihrer Verzweiflung sich selbst und das Kind gefährden würden.

Die Zusicherung der Anonymität für eine bestimmte Dauer sei von entscheidender Bedeutung, damit die Hilfe angenommen werde. Das neue Angebot ermögliche eine geschützte und medizinisch betreute Entbindung und garantiere Müttern 16 Jahre lang die Anonymität. Die Beraterinnen begleiten die Frauen im Fall einer vertraulichen Geburt auch nach der Geburt, um ihnen bei der Lösung von Konflikten zur Seite zu stehen und ihnen Möglichkeiten zur Rücknahme des Kindes aufzuzeigen. Entscheidet sich die Frau für die dauerhafte Abgabe des Kindes, wird es zur Adoption freigegeben. Die betroffenen Kinder können dann ab dem 16. Lebensjahr ihre Herkunft erfragen.

Die Regelung schaffe Rechtssicherheit für das Klinikpersonal und alle weiteren Personen, die Hilfe leisten. „Anonyme Geburten wurden bereits in einigen Krankenhäusern praktiziert. Doch dies hat bisher in einer gesetzlichen Grauzone stattgefunden“, so Petra Müller-Klepper. Darüber hinaus werde das Recht des Kindes auf Kenntnis seiner Herkunft deutlich besser gewahrt als bei den bestehenden Angeboten der anonymen Kindesabgabe und Babyklappen.

Die vertrauliche Geburt sei kein Patentrezept, um Kindesaussetzungen und Kindestötungen zu verhindern, sondern ergänzender Bestandteil eines ganzheitlichen Hilfeangebotes. „Es geht um Hilfe in einer lebensbedrohlichen Ausnahmesituation für Frauen, die von den üblichen Beratungsangeboten nicht erreicht werden“, stellte Petra Müller-Klepper klar. „Mit der vertraulichen Geburt hat die Bundesregierung erstmals ein gesetzlich geregeltes Angebot für die Betroffenen geschaffen und damit Handlungssicherheit für Schwangere, Beratungsstellen, Kliniken und Behörden hergestellt.“

Damit die neuen Hilfen bekannt und genutzt werden, sind vom Bundesfamilienministerium begleitend zum Inkrafttreten des Gesetzes neue Informations- und Beratungsmöglichkeiten geschaffen worden:
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• Hilfetelefon „Schwangere in Not – anonym und sicher“
Ab sofort können sich Frauen, die ihre Schwangerschaft geheim halten wollen, rund um die Uhr an die Nummer 0800 40 40 020 wenden. Dort erhalten sie eine kostenlose und qualifizierte Erstberatung. Als 24-Stunden-Lotse vermittelt sie das Telefon auch an Beratungsstellen vor Ort weiter. Die Beratung ist anonym, barrierefrei und wird mehrsprachig angeboten.

Integrationspolitik bleibt im Fokus Frauen-Union – Mitgliederversammlung bestimmt Birgit Anlauf zur Vorsitzenden

20140604-224016-81616520.jpgDie Frauen-Union (FU) Odenwaldkreis geht mit ihrer neuen Kreisvorsitzenden Birgit Anlauf gestärkt in die Zukunft, so lautet das Fazit des neu gewählten Kreisvorstandes der Frauen Union im Odenwaldkreis.
ODENWALDKREIS.
Bei der Mitgliederversammlung der FU Odenwaldkreis unter Leitung der Ehrenvorsitzenden des CDU Kreisverbands Odenwaldkreis und ehemaligen Landtagsabgeordneten, Inge Velte, gab zunächst die seitherige Kreisvorsitzende Ursula Barnack einen Überblick über die Tätigkeiten der vergangenen zwei Jahre. Schwerpunkte der Arbeit der FU lagen im Bereich ärztliche Versorgung im Odenwaldkreis mit einer sehr gut besuchten Podiumsveranstaltung im Gesundheitszentrum. Weitere Themen waren: gerechte Entlohnung, Mütterrente und Kinderförderungsgesetz, die jeweils im Rahmen einer Informationsveranstaltung inhaltlich vertieft wurden. Das Thema Integrationspolitik und deren praktische Umsetzung bleibt auch in Zukunft im Fokus der Arbeit der Frauen Union.Die Teilnahme an Landesvorstandssitzungen, an Landes- und Bundesdelegiertentagungen gehörten ebenso dazu wie die Unterstützung der Kandidaten im Bundes- und Landtagswahlkampf mit Begleitung bei Hausbesuchen und Infoständen.
Der neu gewählte Vorstand setzt sich zusammen aus der Kreisvorsitzenden Birgit Anlauf, den stellvertretenden Vorsitzenden Anni Resch (Michelstadt) und Carla Mahl-Roos (Bad König), der Schriftführerin Ursula Pfliegl (Hassenroth) sowie der Schatzmeisterin Gerlinde Sluka (Erbach). Als Beisitzerinnen fungieren Ursula Barnack (Erbach), Manuela Hilgenberg (Lützelbach), Inge Lange (Erbach), Tanja Maruhn (Höchst), Irina Prosi (Beerfelden) sowie Jana Jost (Michelstadt). Ebenfalls gewählt wurden die Delegierten für die Landes- und Bundesdelegiertentage sowie den Landeshauptausschuss der FU in Hessen.
„Mit diesem starken und engagierten Kreisvorstand blicke ich zuversichtlich in meine erste Amtsperiode. In der Nachfolge von Ursula Barnack werden ich und die Frauen Union im Odenwaldkreis auch weiterhin dafür eintreten, mehr Frauen für die Mitarbeit in allen politischen Bereichen zu gewinnen“, erklärt die neue Kreisvorsitzende. (Echo Online vom 29.11.2013)